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Erklärungen von Begriffen, deren Hintergründe und Lösungsvorschläge
Gender Pay Gap
Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap beschreibt die geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz, also die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. In Österreich lag der Gender Pay Gap er im Jahr 2023 bei 18,3 %. Das heißt Frauen* verdienen 18,3% weniger als Männer. Damit scheidet Österreich im EU-Ländervergleich schlecht ab, denn der EU-Durchschnitt (EU-27) liegt bei 12,7 Prozent.

Doch was sind die Gründe für diese unterschiedlichen Einkommen bei Männern und Frauen?

  • Branchenwahl: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen wie Pflege, Handel und Bildung
  • Teilzeit: Über die Hälfte der Frauen (51,1 %) arbeitet in Teilzeit, bei Männern sind es nur 13,7 %
  • Unbezahlte Arbeit: Frauen leisten wöchentlich durchschnittlich 27 Stunden unbezahlte Haus- und Sorgearbeit (Gender-Care-Gap)
  • Führungspositionen: Nur etwa ein Drittel der Führungsposten in EU-Unternehmen ist mit Frauen besetzt
  • Lohntransparenz: In vielen Firmen bleibt unklar, ob Männer und Frauen für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden
  • Diskriminierung: Frauen erhalten teils selbst bei gleicher Arbeit weniger Lohn als Männer

Um in Österreich gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit zu gewährleisten, sind noch zahlreiche Maßnahmen erforderlich.

Sei Teil der Bewegung

Du möchtest Teil der Bewegung sein und den Gender Pay Gap minimieren?

  • Ermutige mehr Frauen und Mädchen, Berufe in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu ergreifen.
  • Teilt euch die unbezahlte Care-Arbeit und die bezahlte Lohnarbeit in eurer Partnerschaft fair auf.
  • Fördere, dass mehr Männer Elternzeit nehmen, und dass mehr Frauen in Entscheidungs- und Führungspositionen vertreten sind.
  • Nutze Weiterbildungsmöglichkeiten und sorge für finanzielle Unabhängigkeit
  • Wähle Kandidaten und Parteien, die sich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen.

In Osttirol gibt es eine Vielzahl von Wiedereinstiegsangeboten, Beratungen und Informationsveranstaltung, die wir hier auf der Website präsentieren. Folge uns und bleib auf dem Laufenden.

Gender health gap
Gender health gap

Das Gender Health Gap bezeichnet eine Ungleichheit in der medizinischen Versorgung zwischen Frauen und Männern. Die Gründe für die gesundheitliche Kluft zwischen den Geschlechtern haben ihren Ursprung bereits in der Forschung: Trotz Fortschritten in den letzten zwei Jahrzehnten sind Frauen immer noch unterrepräsentiert in klinischen Studien. Dies führt zu Lücken in den Daten und im Wissen sowie zu verzögerten Diagnosen. Viele Krankheiten verlaufen bei Frauen anders als bei Männern, was dazu führt, dass sie später, zu spät oder sogar überhaupt nicht erkannt werden: der Herzinfarkt, der bei Frauen andere Symptome zeigt als bei Männern, ist vermutlich eines der bekanntesten Beispiele.

Der negative Effekt wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass Frauen oft über weniger finanzielle Mittel als Männer verfügen. Gründe hierfür sind unter anderem ein höherer Anteil von Frauen in geringfügiger oder Teilzeitarbeit sowie Arbeitslosigkeit. Frauen sind zudem häufiger von der Doppelbelastung durch Beruf und unbezahlte Pflege- oder Familienarbeit betroffen. Studien zeigen, dass psychische Erkrankungen bei sozial belasteten Frauen besonders häufig auftreten. Auf der anderen Seite leben Männer kürzer (sie werden im Schnitt 79,3 Jahre, Frauen dagegen 84 Jahre), neigen eher zu einer ungesunden Lebensweise, bewegen sich jedoch mehr, aber gehen seltener zum Arzt/ zur Ärztin, sowie zu Vorsorgeuntersuchungen.

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Wie du dem Gender Health Gap entgegenwirken kannst?

Indem du Gendergerechte und vor allem genderspezifische Versorgungs- und Informationsangebote in Anspruch nimmst. Informiere sich über gendersensible Diagnostik und Behandlungen und mache in deinem sozialen Umfeld auf den Gender Health Gap aufmerksam, um Bewusstsein zu schaffen.

Gender Care gap
Gender Care gap

Der Gender Care Gap zeigt die Unterschiede im Zeitaufwand von Frauen und Männer für unbezahlte Sorgearbeit. Weltweit leisten Frauen nach wie vor den größten Teil der unbezahlten Haus-, Familien- und Pflegearbeit. Mütter, Töchter, Großmütter, Tanten und Enkelinnen kümmern sich um Pflege, Betreuung und Haushalt und halten so vieles zusammen. Was wie ein Bild aus vergangenen Zeiten klingt, ist auch im Jahr 2024 noch bittere Realität: In Österreich beträgt der Gender Care Gap 43 Prozent. Das heißt Frauen übernehmen fast doppelt so viel Care-Arbeit wie Männer .  Dadurch arbeiten Frauen weniger in bezahlten Jobs, was zu einem geringeren Lebenseinkommen und einem niedrigeren Alterssicherungseinkommen führt. 

Was sind die Ursachen für den Gender Care Gap?

  • Traditionelle Geschlechterrollen:  Durch typische Geschlechterrollen wie "kümmernde Hausfrauen" und "Männer als Ernährer der Familie" wird der Gender-Care-Gap aufrechterhalten. Diese gilt es mit einer fairen partnerschaftlichen Aufteilung zu durchbrechen!
  • Gehaltsunterschiede: Da Frauen oft im Durchschnitt weniger verdienen als Männer, können sich manche Familien es sich nicht leisten, dass der Mann weniger arbeitet, um zu Hause zu bleiben.
  • Fehlende Infrastruktur: Ein Mangel an flächendeckenden Pflege- und Betreuungseinrichtungen und andere strukturelle Barrieren können dazu führen, dass Frauen eher einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, um dadurch zusätzlich die Sorgearbeit in der Familie übernehmen zu können.
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Wie kannst du dem Gender Care Gap entgegenwirken?

Setzte Dich dafür ein, dass Männer in deinem Umfeld in Karenz gehen und die qualitätsvolle Pflege, von der mobilen Unterstützung bis hin zu Pflegeeinrichtungen, ausgebaut wird. Informiere dich über neue Formen der Freistellung wie Väterkarenz, Papamonat, Elternteilzeit sowie Pflegekarenz und -teilzeit. Männer, die die umfangreichen Karenzoptionen nutzen, entlasten nicht nur ihre Partnerinnen, sondern tragen auch maßgeblich zur Geschlechtergleichstellung bei und fördern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile. Mach Dich außerdem stark für ein flächendeckendes, kostenloses Kinderbetreuungsangebot und fordere familienfreundliche Arbeitsbedingungen, damit Familie und Beruf für beide Elternteile möglich ist.

 

Gender pension gap
Gender pension gap

Der Gender Pension Gap (= geschlechtsspezifische Rentenlücke) verdeutlicht, dass Frauen im Durchschnitt geringere Rentenvermögen als Männer haben. Dieser Unterschied resultiert hauptsächlich daraus, das Frauen oft Unterbrechungen in ihrer Karriere aufgrund von Kinderbetreuung oder der Pflege älterer Familienmitglieder haben, was zu geringeren lebenslangen Einkommen und reduzierten Rentenbeiträgen führt. Darüber hinaus trägt die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern (Gender Pay Gap) zur Rentenlücke bei. Frauen erhalten im Schnitt satte 40 Prozent weniger Pension als Männer (2024). Dies führt zu einer vermehrten Altersarmut bei Frauen. Die Bekämpfung des Gender Pension Gap erfordert Maßnahmen, die die Geschlechtergleichstellung am Arbeitsmarkt fördern, Unterstützung für Pflegende bereitstellen und gerechte Rentensysteme sicherstellen, die die Unterschiede in den Beschäftigungsmustern und Einkommen zwischen Männern und Frauen berücksichtigen.

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Wie du dazu beiträgst die Gender Pension Gap zu schließen? 

Kennst du beispielsweise Pensions-Splitting? Damit kann der Elternteil, der hauptsächlich erwerbstätig ist und nicht die Hauptverantwortung für die Kindererziehung trägt, bis zu 50 Prozent seiner Pensionskontogutschrift für die ersten sieben Jahre nach der Geburt des Kindes auf das Pensionskonto des anderen Elternteils übertragen lassen. Das Pensionssplitting soll auf freiwilliger Basis das Ungleichgewicht auf den Pensionskonten der Eltern ausgleichen, das durch die reduzierte Erwerbstätigkeit während der Kindererziehungszeit entsteht. 

Stärke dein Finanzwissen und informiere dich über Anlegemöglichkeiten, um in deiner Pension noch besser abgesichert zu sein. In Osttirol gibt es eine Vielzahl von Beratungen und Informationsveranstaltung, die wir hier auf der Website präsentieren. Folge uns und bleib auf dem Laufenden.

LGBTQIA+
LGBTQIA+

Die Abkürzung LGBTQIA+ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersex, Asexual und das Plus, das alle nicht erwähnten Geschlechtsidentitäten sowie sexuellen Orientierungen) bezieht sich allgemein auf Personen, die nicht heterosexuell orientiert sind.

Obwohl homosexuellen Paaren mittlerweile erlaubt ist, zu heiraten (seit 2019) und theoretisch ein Kind gemeinsam zu adoptieren (seit 2016), bestehen in Österreich immer noch zahlreiche Missstände und Ungerechtigkeiten in Bezug auf die LGBTQIA+ Community. Personen werden noch immer aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert: im Alltag, in den sozialen Medien in Beruf und Schule. "Andersartigkeit" wird häufig von der Gesellschaft abgelehnt, deshalb ist Sensibilisierung und Bildungsarbeit nötig, um Vorurteile abzuschaffen und tolerante und offene Sichtweisen zu erlangen und Vielfalt zuzulassen.

Lesbisch: Frauen, die Frauen lieben.
Gay (homosexuell): sich sexuell zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlend, umgangssprachlich: schwul.
Bisexuell: Menschen, die sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen.
Transgender: Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
Queer: Ein Überbegriff für Menschen, die sich nicht in die traditionellen Kategorien von Geschlecht und Sexualität einordnen.
Intersexuell: Menschen, die mit biologischen Merkmalen geboren wurden, die nicht eindeutig männlich oder weiblich sind.
Asexuell: Menschen, die keine sexuelle Anziehung zu anderen Menschen empfinden.
+: Ein Zeichen der Inklusivität, das andere sexuelle Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und Geschlechtsausdrücke umfasst, die nicht ausdrücklich in den vorherigen Buchstaben erwähnt werden.

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Was kannst du tun, um die LGBTQIA+ Community zu unterstützen?

Wenn du Diskriminierung im Alltag erlebst, sag deine Meinung und beziehe Stellung. Informiere dich selbst über LGBTQIA+ Themen, um Vorurteile abzubauen und deine eigene Sichtweise zu reflektieren. Besuche unsere Wanderausstellung und geplanten Veranstaltungen oder schau dir Filme und Dokumentationen dazu an. Wähle Kandidaten und Parteien, die sich für die Rechte von LGBTQIA+ Personen einsetzen. Teile in sozialen Medien positive und unterstützende Inhalte über LGBTQIA+ Themen, um Bewusstsein in deiner Community zu schaffen und gehe gegen diskriminierende Kommentare in sozialen Medien vor und melde diese. Fördere am Arbeitsplatz und in der Schule ein inklusives und respektvolles Umfeld, indem du Diversität und Gleichstellung unterstützt und dich für die Einführung und Umsetzung von Antidiskriminierungsrichtlinien und Diversity-Programmen einsetzt. 

Von Diskriminierung Betroffene können sich kostenlose Beratung durch die Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW) oder die Arbeiterkammer Ihres Bundeslandes einholen und mit deren Unterstützung einen Antrag bei der Gleichbehandlungskommission einbringen.

Inklusion
Inklusion

Inklusion beschreibt, wie wir als Gesellschaft leben möchten: In einer Gemeinschaft, in der jedes Individuum vollständig akzeptiert und niemand ausgeschlossen wird. Dadurch soll jede Person am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, von Bildung und Arbeit über Freizeit, Familie und vieles mehr. Jeder Mensch ist gleichwertiges Mitglied und das Vorhandensein von Unterschieden wird als Bereicherung empfunden. Von dieser Vielfalt kann jedes Individuum profitieren.
Die UN-Behindertenrechtskonvention erklärte 2008 die Inklusion offiziell zu einem Menschenrecht für behinderte Menschen. Im Prozess der Inklusion gilt es noch viele Barrieren abzubauen. Inklusion kann nur funktionieren, wenn sie von vielen unterstützt und gelebt wird. Bewusstsein für Vielfalt und ein gesellschaftliches Miteinander unabhängig von Behinderung, Sprache, Religion, ethnischer Herkunft usw. ist das gesellschaftliche Ziel.

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Wie kannst du Inklusion in der Gesellschaft unterstützen und sie selbst leben?

Du kannst Vorbild sein und dich aktiv für eine barrierefreie und offene Gesellschaft einsetzen. Informiere dich über Themen wie Diversität und Barrierefreiheit und nimm an Vorträgen oder Workshops dazu teil. Wer sich stärker einbringen möchte, kann Freiwilligenarbeit bei Organisationen wie der Lebenshilfe oder der Caritas leisten, die benachteiligte Menschen unterstützen. Im Alltag lässt sich Inklusion fördern, indem man Barrieren im öffentlichen Raum meldet, Menschen aus benachteiligten Gruppen zu sozialen Aktivitäten einlädt und durch bewussten Konsum Unternehmen unterstützt, die inklusiv arbeiten. Offenheit im Umgang mit Vielfalt, das Teilen von Wissen und der gezielte Abbau von Vorurteilen tragen ebenfalls zu einer inklusiveren Gesellschaft bei.

Familienangehörige von Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder in schwierigen Lebenssituationen können in Osttirol und generell in Österreich auf vielfältige Unterstützungsangebote zurückgreifen. Unter unserem Institutionswegweiser findet ihr einige Anlaufstellen.

Maßnahmen für Unternehmen
Unternehmen können Inklusion fördern, indem sie inklusive Arbeitsplätze schaffen und Menschen mit Behinderungen einstellen. Dabei ist es wichtig, barrierefreie Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und Fördermöglichkeiten, beispielsweise vom Sozialministeriumservice, zu nutzen. Darüber hinaus sollten Mitarbeitende durch Sensibilisierungstrainings für Diversität und Antidiskriminierung geschult werden, um ein inklusives Arbeitsumfeld zu stärken. Barrierefreiheit sollte nicht nur in den Geschäftsräumen, sondern auch online, etwa durch "Screenreader" und "Leichter Lesen" auf der Unternehmenswebsite, sichergestellt werden. Eine enge Zusammenarbeit mit sozialen Organisationen kann dazu beitragen, Projekte für benachteiligte Gruppen zu unterstützen, etwa durch Sponsoring oder Mentoring. Schließlich bieten inklusive Veranstaltungen, wie Sport- oder Kulturprojekte, eine hervorragende Gelegenheit, das Engagement für Vielfalt sichtbar zu machen.

Männlichkeiten
Männlichkeiten

Männlichkeit– zwischen Druck, Klischees und neuen Chancen 

"Männer weinen nicht, lieben Computerspiele und Fußball, interessieren sich für Technik, und lösen ihr Probleme ganz allein!" Oder??

Sobald wir an „Männer“ denken, tauchen in unserem Kopf sofort typische Bilder auf: wie sie reden, wie sie handeln, wofür sie sich interessieren. Diese Vorstellungen sammeln wir unter dem Begriff Männlichkeit. Aber was heißt „Männlichkeit“ überhaupt? Oft klingt es so, als gäbe es nur eine Art, ein „richtiger Mann“ zu sein… Wer aber genauer hinschaut und echte Männer im eigenen Umfeld betrachtet, merkt schnell, dass diese Rollenbilder nicht mehr stimmen.  

Und trotzdem sind die Klischees überall präsent. Warum ist das so? 

Männlichkeit ist kein Naturgesetz- Niemand kommt mit einem „Technik-Gen“ zur Welt und es gibt keinen biologischen Schalter, der dafür sorgt, dass Männer besser mit Fußbällen als mit Kindern umgehen können. Trotzdem gibt es viele Männer, die sich für Technik, Sport oder bestimmte Hobbys interessieren - weil die Bilder von Männlichkeit auf uns alle einwirken. 

Denn wenn einem Jungen von klein auf signalisiert wird: 
„Ein echter Mann zeigt keine Schwäche!“, 
„Jungs spielen mit Bauklötzen und nicht Puppen!“, 
„Männer weinen nicht!“, 

dann prägt das sein Selbstbild. Und auch wenn sich das Konzept von Männlichkeit weiterentwickelt hat, hängt die Gesellschaft noch an einer patriarchalen Anschauung fest – die Vor- aber auch Nachteile für Männer mit sich bringt. 

Privilegien der Männlichkeit 

Wir leben in einer Gesellschaft, die Männern strukturell Vorteile verschafft – im Einkommen, in Führungspositionen und in Netzwerken, welche gleichzeitig viele Nachteile für Frauen bedeuten (siehe Gender Pay Gap, Gender Pension Gap). Diese Vorteile beruhen auf lange gewachsene Strukturen, auf männlich dominierte Räume und auf die Aufwertung von Eigenschaften, die als „männlich“ gelten: Durchsetzungsfähigkeit, Selbstvertrauen, Unabhängigkeit.  

Die Kosten enger Männlichkeitsbilder 

Jedoch ist das Patriarchat nicht nur ein System, das Frauen unterdrückt –es ist auch ein System, das Männer in enge, schädliche Rollen zwingt, und stark unter Druck setzt. 

Unter dem Begriff toxische Männlichkeit fasst man jene Erwartungen zusammen, die Jungen und Männer dazu bringen, Gefühle zu unterdrücken, Fürsorge abzuwerten und sich über Kontrolle zu definieren. Das führt zu innerem Druck, hemmt echte Nähe und belastet sowohl Beziehungen als auch die psychische Gesundheit. Social Media spielt hierbei eine große Rolle: Influencer verstärken dieses Bild, als „Alpha-Männer“, „Sigma-Männer“ und Selbstoptimierung um jeden Preis. In der sogenannte Manosphere, das sind frauenfeindlichen Online-Communities, werden diese Männlichkeitsbilder weiterverbreitet. Die Manosphere lehnt die Gleichstellung von Männern und Frauen ab und vertritt klare antifeministische Ansichten. Frauen werden dort systematisch abgewertet, für Probleme verantwortlich gemacht und als Gegnerinnen dargestellt. Sie fordern den Rückschritt hin zu alten Rollenbildern, in den Frauen von den Männern kontrolliert werden. Solche Inhalte beeinflussen besonders Jugendliche, können extremistische Denkweisen fördern und im schlimmsten Fall sogar zu realer Gewalt führen. 
Diese engen Vorstellungen belasten Männer selbst genauso wie alle anderen Geschlechter. Sie beschneiden die Möglichkeit, als ganzer Mensch mit all seiner Emotionen wahrgenommen zu werden. 

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Was kannst du selbst tun?  

Viel beginnt damit ehrlich hinzuspüren: Welche Erwartungen ans „Mann sein“ tragen dich und welche machen dich klein? Sprich über das, was dich beschäftigt. Wenn du merkst, dass der Druck zu viel wird, such dir Unterstützung – bei Vertrauenspersonen, Beratungsstellen, Psycholog:innen. 
Ebenso wichtig ist, Sorgearbeit und Verantwortung in der Partnerschaft bewusst zu übernehmen Wenn Männer diese Aufgaben selbstverständlich leben, verändern sie Erwartungen in ihrem Umfeld. Sie zeigen, dass Fürsorge, Präsenz und Verbindlichkeit genauso zu Männlichkeit gehören wie beruflicher Erfolg.
Nicht zuletzt kannst du im Alltag Verbündeter sein. Wenn jemand beleidigt, sexistische Witze erzählt oder andere herabgesetzt, braucht es manchmal nur eine Person, die sagt: „Hey, das geht zu weit.“ Viele Konflikte entstehen, weil niemand widerspricht.  

Body Positivity
Body Positivity

Positives Selbstbild – gut mit dir und deinem Körper umgehen

Wie wir über unseren Körper denken, beeinflusst wie wir uns insgesamt fühlen. Gerade durch Social Media, Werbung und Vergleiche mit anderen kann schnell der Eindruck entstehen, nicht „schön genug“, „fit genug“ oder „richtig“ zu sein. Ein positives Selbstbild bedeutet aber nicht, dass du dich jeden Tag perfekt finden musst. Viel wichtiger ist, respektvoll und fair mit dir selbst umzugehen.


Body Positivity & Body Neutrality – was bedeutet das?
Body Positivity steht dafür, dass jeder Körper schön ist, so wie er ist– unabhängig von Größe, Gewicht, Hautfarbe, Behinderung oder anderen Merkmalen. Die Bewegung stellt typische Schönheitsideale infrage.

Body Neutrality geht noch einen Schritt weiter: es geht darum deinem Körper neutral gegenüber zu sein und ihn nicht zu bewerten. Im Fokus steht hier, was dein Körper für dich leistet und ermöglicht und nicht wie er aussieht.

Beides kann helfen, einen entspannteren Umgang mit dem eigenen Körper zu entwickeln.

Tipps und Links

Was dir helfen kann:

  1. Achte auf deine Gedanken über dich selbst
    Viele Selbstzweifel laufen automatisch ab. Wenn du merkst, dass du dich innerlich kritisierst, etwa mit Gedanken wie „Ich sehe schrecklich aus“, versuche bewusst gegenzusteuern. Nicht mit unrealistischen Komplimenten, sondern mit faireren Aussagen, wie: „Mein Körper trägt mich jeden Tag durch meinen Alltag.“
  2. Nutze Social Media bewusst
    Instagram, TikTok & Co. zeigen oft gefilterte, bearbeitete und sorgfältig ausgewählte Bilder. Was du dort siehst, entspricht oft nicht der Realität. Überlege deshalb immer wieder: Wie fühle ich mich nach dem Anschauen bestimmter Accounts?
    Entfolge Profilen, die dich unter Druck setzen oder dir das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein. Folge stattdessen Menschen, die Vielfalt und realistische Körper zeigen.
  3. Fokus auf Funktion statt Aussehen
    Dein Körper ist nicht nur zum Anschauen da. Er ermöglicht dir, zu laufen, zu lachen, zu tanzen, jemanden zu umarmen, Musik zu hören, zu schmecken, zu schlafen, Sport zu machen oder neue Orte zu entdecken. Wenn du dich öfter darauf konzentrierst, was dein Körper kann, statt darauf, wie er aussieht, kann sich deine Sicht auf ihn verändern.
  4. Vergleiche dich weniger
    Sich mit anderen zu vergleichen ist menschlich – aber oft unfair. Jeder Körper hat andere Voraussetzungen, zum Beispiel durch Genetik, Lebensstil oder Gesundheit. Du bist einzigartig!
  5. Trage Kleidung, in der du dich wohlfühlst
    Kleidung soll zu deinem Körper passen – nicht dein Körper zur Kleidung. Warte nicht darauf, irgendwann anders auszusehen, um bestimmte Sachen tragen zu „dürfen“. Trag, was dir jetzt passt, worin du dich wohlfühlst und was dir gefällt.
  6. Kümmere dich gut um dich
    Ausreichend Schlaf, Bewegung, gutes Essen, Pausen und Erholung tun deinem Körper und deiner Psyche gut. Falls dir Selbstfürsorge mal schwerfällt, frage dich doch mal, was du deiner besten Freundin oder deinem bestem Freund in deiner Situation empfehlen würdest…
  7. Akzeptanz statt Zwang zur Selbstliebe
    Du musst deinen Körper nicht jeden Tag lieben. „Okay sein“ mit ihm ist oft ein realistischer und stabilerer Schritt zu einem positiven Selbstbild. 
    Denke daran:
    Dein Aussehen ist nur ein kleiner Teil von dir.
    Dein Wert hängt nicht von deiner Kleidergröße, deinem Gewicht, deiner Haut, deinen Muskeln oder davon ab, wie du auf einem Foto aussiehst.
    Was dich ausmacht, sind deine Gedanken, deine Fähigkeiten, dein Humor, deine Interessen und die Art, wie du mit anderen Menschen umgehst.

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WERDEN IHRE PERSONENBEZOGENEN DATEN VERARBEITET, UM DIREKTWERBUNG ZU BETREIBEN, SO HABEN SIE DAS RECHT, JEDERZEIT WIDERSPRUCH GEGEN DIE VERARBEITUNG SIE BETREFFENDER PERSONENBEZOGENER DATEN ZUM ZWECKE DERARTIGER WERBUNG EINZULEGEN; DIES GILT AUCH FÜR DAS PROFILING, SOWEIT ES MIT SOLCHER DIREKTWERBUNG IN VERBINDUNG STEHT. WENN SIE WIDERSPRECHEN, WERDEN IHRE PERSONENBEZOGENEN DATEN ANSCHLIESSEND NICHT MEHR ZUM ZWECKE DER DIREKTWERBUNG VERWENDET (WIDERSPRUCH NACH ART. 21 ABS. 2 DSGVO).

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Recht auf Daten­übertrag­barkeit

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